Andreas Heck

Andreas Heck

Selbständiger Webdesigner

Kackwurst #1. Medaillenspiegel bei Olympia

Der aktuelle Aufreger: Da sitzen wir wieder mit unserem verkümmerten Nationalstolz am heimischen Schirm und fiebern mit „unseren“ Buben und Mädels in Sotschi mit, auf dass sie möglichst viele Medaillen für Deutschland ergattern. „Für Deutschland?“

Auf dass wir jeden Tag erneut von fiebriger Aufregung zitternd den aktuellen Medaillenspiegel kontrollieren können. Und wird sind aktuell erster unter gleichen! Wir sind die Nummer 1, wir sind die Größten!

Pierre de Cubertin, engagierter Defibrillator des Olympischen Gedankens, wollte mit Neu-Olympia die Schrecken des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 überwinden. Die Jugend der Welt sollte sich in fairen sportlichen Wettkämpfen miteinander messen, anstatt sich auf den Schlachtfeldern der Welt gegenseitig zu töten. Nicht um die Begehrlichkeiten von Nationen sollte es gehen, sondern um Sportler als gleiche unter gleichen. Wer benötigt da einen nationalen Medaillenspiegel?

[Foto: CC0 Öffentliche Domäne, frei für den persönlichen und kommerziellen Gebrauch, keine Angabe erforderlich, Quelle: pxhere]

7 Kommentare

  1. Boodo

    Du bist ja ein Miesepeter. Wenn Cubertin das als Kriegsersatz gedacht hat, dann spielt dabei selbstverständlich auch die Nationalität eine Rolle. Sonst würden die dort gemeinsam am Lagerfeuer Lieder auf Esperanto singen.

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  2. Andreas Heck

    Ich bin kein Miesepeter, ich bin ein cholerischer Nörgler, das ist ein großer Unterschied, auf den ich äußersten Wert lege! 😉 Cubertin hat das nicht als Kriegsersatz gedacht, sondern als Gegenbewegung zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Anstatt sich junge Menschen (als Franzosen und Deutsche etwa) feindlich im Krieg gegenüber stehen, sollten sie sich fortan sportlich messen; nicht als Franzose und Deutsche, sondern nur als Menschen. Mit Sozialromantik à la Lieder am Lagefeuer auf Esperanto (sehr schön übrigens, hat mir gut gefallen :-D) hat das erst einmal nichts zu tun. Aber eben auch nicht damit, beinahe schon panisch danach zu schauen, ob nun die Norweger „unsere Jungs und Mädels“ (meine sind es übrigens nicht) an Medaillen überholt haben. Wie wichtig diese Auszeichnungen als rein bilanzierter Wert für die Nation hat, sieht man an dem Entsetzen nach Ende der Olympiade. So wenige Medaillen! Viel weniger als vor 4 Jahren! Wir müssen den Trainern höhere Gehälter zahlen, vernahm ich gestern im Radio. Um was, bitte schön, geht es hier?

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    1. Boodo

      Wenn es ein Messen der Individueen wäre, dann würde nicht jede Nation X hinschicken, sondern einfach jeder seine Tasche packen und loslaufen 😉

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      1. Andreas Heck

        Super, auf, fang‘ schon einmal das Packen an! In 2 Jahren gibt es die nächste Chance 🙂 Mir geht es doch gar nicht darum, dass ich etwas dagegen hätte, dass der deutsche Sportler im Wettstreit ist mit norwegischen. Mich nervt die Berichterstattung, in der es nur darum geht, auf welchem Platz „wir“ (im Sinne von Deutschland) gerade im Medaillenspiegel stehen.

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          1. Andreas Heck

            Die Medien können berichten, wie sie mögen. (Auch wenn mir als inzwischen Sport-Muffel lieber wäre, die öffentlich-rechtlichen würden die Gebühren anders anlegen denn in die Übertragung von Sportveranstaltungen.) Aber eine Fußballweltmeisterschaft ist durchaus etwas anders wie eine Olympiade. Oder zumindest anders, wie die Olympiade einmal angedacht war. Aber bitte, sollen sie berichten. Mich stört ja nur die Dauer-Darstellung des Medaillenspiegels, die geht mir auf den Keks, weil sie dem olympischen Gedanken widerspricht.

          2. Andreas Heck

            Auch überdenkenswert, abgesehen von dieser völlig idiotischen Verschachtelung des WordPress-Templates … was Dombrowski alias Georg Schramm schon vor fast 10 Jahren zum Thema „Olympia und der Medaillenspiegel“ anregte:

            »Wenn diese […] Sportexperten nur den Dunst vom Schimmer einer blassen Ahnung davon hätten, dass der ursprüngliche Geist der modernen Spiele gerade gegen diesen Hahnenkampf der Nationen gerichtet war, dann hätten sie […] einen Medaillenspiegel gezeigt, der die Zahl der Medaillen auf je 10.000 Einwohner des betreffenden Landes widergibt [sic!]. […] Sieger der olympischen Nationenwertung wäre dann: die Bahamas! Deutschland und die USA abgeschlagen und China Vorletzter. Letzter Platz Indien, eine Silbermedaille auf 800 Millionen Einwohner.«
            😉

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