Wenn’s Arscherl brummt …

Anfang Mai war der jährlich obligatorische Besuch des geliebten Südtiroler Unterlandes fällig, selbstredend erneut über unseren Hochzeitstag. Dieses Mal waren unsere Kuhns mit an Bord. Da das Wetter nicht optimal war, gab es neben dem üblichen Zechen nur eine Wanderung von Kurtatsch über Rungg nach Tramin, die es wert war, in Film & Foto festgehalten zu werden.

Trailer Südtirol 2012 (ich liebe diesen iMovie-Scheiß!)

Im Anschluß das komplette Video der
Wanderung von Kurtatsch nach Tramin

Die Fotos sind noch in Bearbeitung und folgen in Kürze …

Spätestens im nächsten Frühjahr werden wir das Unterland erneut besuchen. Bis dahin:

Oschtia putana!

Ein Grund (für mich), auch Tiere zu essen 120515

“Zurück rudern” ist nicht eben etwas, das man gerne tut.

Da zieht man aus, mit Pauken und Trompeten, und verkündet die allein selig machende Wahrheit
Um ab einem bestimmten Zeitpunkt zu sehen, dass man “es” – was auch immer – an die Wand gefahren hat, dass ein Weitergehen versperrt – nicht möglich – scheint. Sackgasse.

Schlaubi SchlumpfDann kann man sich zusammen gekauert ganz still verhalten und hoffen, dass keiner daran rührt. Es tritt dann das infantile Konzept auf den Plan, sich die Augen zuzuhalten und damit zu glauben, man würde nicht gesehen.
Oder aber man wählt die unangenehmere Variante.

So muss auch ich zurück rudern, da ich – quasi in einem lichten Moment – erkennen musste, dass ich einige Monate einer Karotte vor der Nase hinterher gerannt war.

Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass alles, was in den hier oft zitierten Büchern “Peace Food” und “Tiere essen” steht, tatsächlich der Wahrheit entspricht. Ich kann es schlicht nicht sagen bzw. muss es entweder glauben oder eben nicht. Für jede Statistik gibt es mindestens eine andere, die das Gegenteil behauptet.

Und ich will gar nicht in Abrede stellen, dass es für die Tiere, die Umwelt, die Benachteiligten in der Dritten Welt und damit letztlich auch für uns besser ist, sich vom heutigen Dauer-Fleischkonsum und der ungesunden Industrie-Ernährung zu verabschieden und nachhaltiger einzukaufen und sich somit nachhaltiger zu ernähren.
Ich werde weiterhin darauf achten, was ich wo wann einkaufe, wie meine Familie und ich es ohnehin schon seit Ende 2010 praktizieren.

Was ich aber jetzt in Abrede stellen muss ist, dass ich durch vegane Ernährung zu einem besseren Mensch werde.

Man erlangt als Veganer ein besseres Gewissen, durchaus.
Man fühlt sich als Veganer wie ein edler Ritter, ja.
Man erlangt als Veganer Freude durch die Vorstellung, die Welt zu retten, unbedingt!

Und was hilft einem das für das eigene Leben? Nichts!

Eine jede Aktion (Ursache) verursacht eine Konsequenz. Immer. (Und das ist gar unabhängig davon, ob man es tut, oder es einem (an)getan wird.)
Und für jede Konsequenz muss man die Verantwortung übernehmen. Immer.
Tut man das nicht bzw. flieht man dieser Verantwortung, wird man letztlich krank. (Seelisch ohnehin, viele gar körperlich).

Und all dieses inflationäre Weltverbessertum – auch und gerade mein eigenes, damit kenne ich mich aus – dient nur einem Zweck: Mit der eigenen Verantwortung in das Außen auszuweichen.
Einfach gesprochen:

Indem ich Verantwortung für andere/anderes außerhalb meiner Lebensrealität übernehme, fliehe ich meine eigene Verantwortung für mein Leben.

Klingt krass? Durchaus, aber ich glaube, es ist dennoch so. (Und ja, auch das könnte eine neue Karotte sein, ich lasse mich einfach überraschen, wo es mich hinführt.)

Das bedeutet gar, zu Ende gedacht und wenig schmeichlerisch, dass dem einzelnen armem Kälbchen geholfen sein mag. Demjenigen aber, der ritterlich verzichtet, ein Wiener Schnitzel zu vertilgen, nie bzw. nur augenscheinlich. Gutmenschen leben nicht verantwortungsvoller, gesünder, lebensbejahender, liebevoller, versöhnlicher, ausgeglichener … to be continued … als Normalos.

Gutmenschen sind anscheinend gut, aber eben nicht besser.

Was damit gemeint ist? Zum Beispiel:

Ein Gutmensch (und somit bis vor Kurzem auch ich) unterschreibt etwa jede Petition, der er ansichtig werden kann (was heute Dank social networks sehr einfach ist). Etwa gegen Hundetötungen in der Ukraine im Rahmen der Fußball-EM … schaut aber die eigenen Eltern, denen er zumindest sein eigenes Leben zu verdanken hat, nicht mit dem Arsch an.

Ein anderer Gutmensch (wie auch ich bis vor Kurzem) unterstützt Greenpeace bei der Rettung von Walen in pazifischen Gewässern … hat aber seit einem Streit vor 20 Jahren nie wieder ein Wort mit dem eigenen Geschwister gewechselt.

Deshalb bin ich (erst einmal wieder – bis zur nächsten Karotte -) raus und will fortan meine Energien (erst einmal wieder – bis zur nächsten Karotte -) auf mein direktes Umfeld verwenden, auf meine Lieben, auf mein Leben.

Hat mir jemand mal ‘ne Wurststulle?

Der tägliche Grund, keine Tiere zu essen 120320

Quote

Die Forscher Chan und Giovanucci fanden 2001 in einer Übersichtsarbeit über Dutzende vorliegende Studien heraus, dass diejenigen Männer mit dem höchsten Milchprodukt-Konsum im Vergleich zu denen mit einem niedrigen Milchverbrauch ungefähr das doppelte Risiko hatten, ein Prostatakarzinom zu entwickeln, ihr Risiko, an bösartig metastasierendem und damit tödlichem Prostatakrebs zu erkranken, war sogar vervierfacht.

– Dr. Rüdiger Dahlke“Peace Food. Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt”, Gräfe und Unzer (2011)

Der tägliche Grund, keine Tiere zu essen 120319

Quote

Seepferdchen, Foto von Joanne Merriam auf Wikipedia

Seepferdchen, Foto von Joanne Merriam auf Wikipedia

Für Kafka ist Scham eine Reaktion une eine Verantwortung vor unsichtbaren anderen – einer “unbekannten Familie”, um eine Wendung aus Kafkas “Tagebuch” zu verwenden. Sie ist die Grundlage des Ethischen.
[...]
Scham ist das Werk der Erinnerung gegen das Vergessen.
[...]
Und da war die Scham, Mensch zu sein: die Scham, dass 20 der rund 35 klassifizierten Seepferdchenarten weltweit vom Aussterben bedroht sind, weil sie bei der Fischproduktion “unabsichtlich” sterben. Die Scham über das willkürliche Töten, das nicht auf ernährungsbedingter Notwendigkeit oder politischer Veranlassung oder irrationalem Hass oder unlösbaren, menschlichen Konflikten beruht.

– Jonathan Safran Foer“Tiere essen”, Fischer Taschenbuch

Meine 5-Minuten-Terrine® – Heute: Pasta mit Oliven

Pasta mit OlivenZugegeben, die Gesamtherstellungszeit übersteigt die 5 Minuten deutlich, die reine Arbeitszeit müsste sich aber auf 5 Minuten beschränken lassen.

Man nehme (für 1 Person):

  • 150-170 gr Vollkorn-Nudeln Spirelli
  • 1/2 (rote) Zwiebel
  • 10-20 Gramm Oliven
  • Olivenöl extra vergine
  • eine Handvoll Kräuter: Oregano, Basilikum, Kresse, Petersilie, ad libitum
  • Meersalz, Pfeffer, beides aus der Mühle

Kumulierte Kosten für Top Bio-Qualität: 1,90 €.

Man lasse Wasser in einen ausreichend großen Topf laufen, schütte Salz dazu, und bringe das Wasser auf dem Herd zum Kochen (dauert ca. 15-20 Minuten, bis Wasser kocht).
Kocht das Wasser, gebe man die Spirelli hinzu und stelle einen (Haushalts-)Wecker oder das iPhone auf 7 Minuten.
In dieser Zeit schäle man die Zwiebel und schneide die Hälfte davon in kleine Stückchen. Diese schwitze man in einer Pfanne und mit ca. 1 EL Olivenöl für ca. 3, 4 Minuten an.
Wenn die Nudeln fertig sind, diese abseihen, und zu den Zwiebeln in die Pfanne geben. Kurz durchschwenken.
Die Oliven und die Kräuter (gestern habe ich frischen Oregano, Basilikum und Gartenkresse verwendet, siehe Foto oben, es eignet sich aber fast jedes Grün) ein wenig klein schneiden und zu den Nudeln in die Pfanne geben und unterheben.
Alles in allem aus Mühlen heraus salzen und pfeffern und in einen Teller geben. Noch einen “Schuss” Olivenöl darüber … et voilà!

Nachtrag (da vergessen, 16.03.): Nährwerttabelle:

  • Kalorien: 800 kCal
  • Fett: 26 gr
  • Kohlenhydrate: 113 gr
  • Eiweiss: 19 gr

Damit habt Ihr in keiner Zeit ein Essen, das

  • lecker ist,
  • billig ist,
  • frisch zubereitet ist ohne versteckte Stoffe der Industrie,
  • lange satt hält,
  • die Gesundheit fördert,
  • die Umwelt schont,
  • nicht den Hunger in der Welt verstärkt und
  • Tieren kein Leid verursacht.

Wohl bekomm’s!

Wir fahren zum UNESCO-Welterbe (1). Belgien

Deutsche Version des Welterbe-Emblems in der Wikipedia

Deutsche Version des Welterbe-Emblems

Zwanzig Jahre lang haben meine Familie, meine Frau und ich das Mittelmeer bereist, als bestünde die Welt nur daraus. Zwanzig Jahre lang haben wir unsere Urlaubszeit und viel Geld dazu verwendet, in Ferienvillen mit Pool abzuhängen, zu Schlemmen und viel Wein zu trinken.

“Da muss es doch mehr geben”, das Leben ist zu kurz und zu wertvoll, als dass man die wenige Freizeit an immer den selben Orten zubringt. So kam ich jüngst, auch aufgrund der iPhone App Fotopedia Heritage, auf die verrückte und nicht realisierbare Idee, alle von der UNESCO als Welterbe ausgerufenen Orte im noch verbleibenden Leben zu bereisen!
Somit möchte ich, vor allem für meinen reiselustigen Schwager und mich selbst, in einer losen Reihe Touren/Reisen zusammen stellen, die den interessierten Reisenden an all jene Orte der Welt führt, die zu den bedeutendsten des Planeten zählen.

Beginnen möchte ich die Reihe in BelgienContinue reading

Der tägliche Grund, keine Tiere zu essen 120217

Quote

Die Sterberate an Brustkrebs liegt [...] bei Thailänderinnen, die gerade einmal 30 g Fett pro Tag aufnehmen, bei nicht einmal einer von 100 000 Frauen. In den Niederlanden mit einer durchschnittlichen Fettaufnahme von 150 g pro Tag liegt sie bei 25 von 100 000 Frauen. Ländern wie Österreich mit einer Fettaufnahme von gut 120 g am Tag und Deutschland mit über 130 g liegen bei 17 beziehungsweise 18 von 100 000 Frauen, die Schweiz mit 140 g liegt bei 22 betroffenen Frauen.

– Dr. Rüdiger Dahlke“Peace Food. Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt”, Gräfe und Unzer (2011)

Einen braucht der Mensch zum Treten

Tyrannosaur - Eine LiebesgeschichteIm Film “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” von Paddy Considine geht es um Joseph (gespielt von Peter Mullan), einen cholerischer Säufer, der keinen Konflikt scheut und alles sofort handgreiflich austrägt.

Als Joseph nach einem neuerlichen Wutausbruch seinen Hund tot tritt und den Irrsinn der eigenen Wut nicht mehr erträgt, flüchtet er sich in den Laden von Hannah (gespielt von Olivia Coleman). Bei ihr findet er Verständnis, Warmherzigkeit und eine auf ihrem Glauben basierende unvoreingenommene Liebe zu den Menschen. Continue reading

Der tägliche Grund, keine Tiere zu essen 120216

Quote

Foto aus "Massentierhaltung", Info-Seite von Tierschutz Aktiv Tirol

Foto aus "Massentierhaltung", Info-Seite von Tierschutz Aktiv Tirol

Massentierhaltung ist weniger von einem Maßnahmenkatalog als von einer Geisteshaltung bestimmt: Die Produktionskosten werden auf das absolute Minimum gedrückt, und Kosten wie Umweltzerstörung, Krankheiten beim Menschen und das Leiden der Tiere werden systematisch ignoriert oder nach außen verlagert. Jahrtausendelang orientierten die Landwirte sich an den Zyklen der Natur. In der Massentierhaltung gilt Natur als etwas zu Überwindendes.

– Jonathan Safran Foer“Tiere essen”, Fischer Taschenbuch

Neulich beim alten Sisyphos

Franz von Stuck: "Sisyphos"

Franz von Stuck: "Sisyphos"

Den ollen Sisyphos kennt man aus der griechischen Mythologie. Verschlagen wie kein anderer wurde er vom Kriegsgott in die Unterwelt entführt und musste dort fortan zur Strafe einen Felsbrocken einen steilen Hang hinauf rollen. Ein jedes Mal entglitt ihm der verkackte Stein kurz vor dem Erreichen des Endes der Steigung und er durfte von vorne anfangen. Seit damals kennt Mensch die Sisyphosarbeit für Aufgaben, die trotz großer Anstrengung nie erledigt sein werden.

Bei uns in Bayern wird der Kerl vielleicht Sissiphos in Anlehnung an unsere liebste Kaiserin geschrieben. Aber vor allem hat er hier bei uns keinen Stein, den er vor sich herträgt, sondern eine Schneeschippe, mit der er dieses dröge, tumbe, nasse Zeug vor sich her schiebt, über das sich nur Infantile, also Kinder, und Wintersportler wirklich freuen. Continue reading